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Aus der Chronik            

In der Chronik zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1970 wurde vom ehemaligen Gesamt-Vereinsvorsitzenden Jochen Behrendt und dem ehem.Fußballvorstand, Herrn Teckenbrock in fleißiger Kleinarbeit viel Wissenswertes zusammengetragen.

Hier eine Zusammenfassung:

Die ersten Jahre (1920-1940)

Schon lange gab es in Linderhausen den Turnverein „Deutsche Eiche Berghausen ". Einige junge Männer, so um die 18 Jahre, interessierten sich für den neuen, aus England kommenden Sport: Fußball. Man richtete 1920 eine Wiese des Berghauser Hofes her. Heute steht dort eine Tankstelle. Die ersten Tore wurden aus Eichen­stämmen in echter Handarbeit hergestellt. Geschlagen wur­den die Stämme im Wald am Gangelshausen. Die Kluft bestand aus alten, langen Hosen, die in Höhe der Knie einfach abgeschnitten wurden. Als Fußballschuhe dienten zunächst Straßenschuhe. Hatte jemand ein Paar Fußball­schuhe ergattert, wurde geteilt: Wer mit dem rechten Fuß trat, bekam den rechten Schuh, wer Linksfüßer war, den linken Schuh. So hielt der Fußballsport in Linderhausen Einzug.

 

Der Verein wuchs stetig. Zur I. Mannschaft kam eine II. und schnell auch eine III. Mannschaft. Schon Anfang 1921 wurde eine 1. und 2. Jugendmannschaft gegründet und 1924 betrug die Mitgliederzahl 105 Personen.

Die Begeisterung der Linderhauser Fußballspieler war so groß, dass es den Spielern nichts ausmachte, zu Spielen in Hohenlimburg, Radevormwald und Sprockhövel zu Fuß zu gehen. Das wurde immer ein ganztägiger fröhlicher Familienausflug mit Bollerwägelchen und Getränken. 1925 wählten die jungen Spieler Blau-Weiß zu unserer Vereins­farbe. Die erste blau-weiße Kleidung weihte man bei einem Spiel gegen den Westdeutschen Meister Düsseldorf-Gerresheim ein. Endergebnis übrigens 2:1 für Düsseldorf.

 

Im Jahre 1928 richtete man den heutigen Sportplatz „An den Tannen" her. Die Einweihung konnte bereits am 28. September 1928 mit einem Spiel gegen Dortmund - Eving (5:2 für Linder­hausen) gefeiert werden. Durch politische Einflüsse wurden einige Fußballvereine in der Umgebung aufgelöst. Spieler aus anderen Vereinen schlossen sich Linderhausen an. So hatte unser Verein in der Zeit des National­sozialismus spielerisch wohl den stärkster Club, den Linderhausen je hatte. Man spielte in einer Klasse die heute mit der Bezirksliga zu vergleichen ist. Infolge des Krieges wurde 1940 der Spielbetrieb eingestellt.

 

Die Nachkriegszeit (1945 - 1967)

 

Im August 1945, nach dem Krieg, ging es in Linderhausen weiter mit dem Fußball. Der Aufstieg in die damalige Bezirksklasse wurde um ein winziges Pünktchen verpasst, da der Schiedsrichter die Mannschaft regelrecht verschaukelte. Selbst Einsprüche bei den Verbandsinstanzen konnten hier nicht weiterhelfen. 1949 veranstalteten die Linderhauser Fußballer ihr erstes Waldfest. Und sie haben diese Tradition bis heute beibehalten.

 

1965 wurde die neue Umkleideräumlichkeit errichtet und 1967 erfolgte die Umbenennung des Vereins in den heutigen Namen Spvg. Linderhausen 1920 eV. Soweit unsere kleine Reise in die Vereinsgeschichte.

 

Ein Foto der Mannschaft von 1920/21:

 

Die Spielvereinigung Heute.

Junioren:

Nachdem es zwischenzeitlich keine Jugendarbeit mehr gab, gelang es  ab 2002  in sehr kurzer Zeit eine komplette Jugendabteilung mit Mannschaften in allen Altersklassen aufzubauen.

Diese Mannschaften spielen bereits sehr erfolgreich auf Kreisebene und sind ein wesentlicher Baustein für die Zukunft des Vereins.  Unsere A- und B Jugend sind in der Kreisleistungklasse vertreten und bilden ein gutes Fundament für die Senioren.

Senioren:

Einen ähnlichen Aufschwung hat es auch im Seniorenbereich gegeben.  Bis 2006 spielt die Erste Mannschaft in der Kreisliga C.

In der Saison 2005/2006 konnte die Mannschaft deutlich verstärkt und verjüngt werden. Erste Erfolge zeichneten sich im Kreispokal ab, als man bis ins Viertelfinale vorstieß und erst dort am Landeligisten SSV Hagen scheiterte. Als überlegener Meister der Kreisliga C gelang dann der Aufstieg in die Kreisliga B.

Erstmals seit langer Zeit konnte in der Saison 2006/2007 wieder eine Reserve gemeldet werden. Die Saison begann für die SpVg schlecht und die erste Mannschaft konnte nach deutlicher Steigerung einen guten Mittelplatz belegen. Die Reserve schlug sich gut und spielte bis zur Winterpause um den Aufstieg in die Kreisliga B mit. Am Ende reichte es zu einem Platz im oberen Tabellendrittel.

Das erfolgreichste Jahr in der jüngeren Vereinsgeschichte wurde die Saison 2007/2008. Beiden Seniorenmannschaften gelang der Aufstieg in die Kreisliga A bzw. B. Damit ist die SpVg Linderhausen wieder in den Blickpunkt des Interesses zurückgekehrt und hat sich als zweite Kraft im Schwelmer Fußball etabliert.

Alte Herren:

Traditionsgemäß hat die Spielvereinigung eine starke Altherrenabteilung mit starker Präsenz in der Hallenwinterrunde. Die erste Mannschaft spielte dort in der B-Klasse und schaffte sogar den Aufstieg in die A-Klasse. Die zweite Mannschaft ist durchgängig in der C-Klasse vetrerten.

Handball:

Die lange Hanballtradition der SpVg endete leider in 2009. Die Handballspielgemeinschaft mit der TG Rote Erde Schwelm wurde beendet. Linderhausen hatte schon lange keinen Nachwuchs mehr. Die letzten Linderhauser Hanballer wechselten zur Roten Erde.

Ausblick:

Der Verein ist in den vergangenen Jahren schnell gewachsen. Daher ist es wichtig,  weitere Sportfreunde für ehrenamtliche Tätigkeiten besonders im Jugendbereich zu gewinnen.

Leider gefährdet auch die unbefriedigende Sportplatzsituation eine weitere Entwicklung. Überall im Kreis entstehen moderne Sportanlagen mit Kunstrasenplätzen, während der marode Linderhauser Sportplatz mit seiner „Beleuchtungsanlage“ es nur zu trauriger Berühmtheit im Fussballforum „reviersport“ schaffte ( Ein Schiedsrichter hatte sich im Meisterschaftspiel der Kreisliga A aufgrund des unebenen Geläufs schwer verletzt ). Leider ist die Stadt Schwelm nicht willens und offensichtlich finanziell nicht in der Lage seiner Fussballjugend adäquate Übungs-  und Wettkampfstätten zu bieten. Hier hat die Kreisstadt im Südkreis die „rote Laterne“ inne. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass hier viele Kinder und Jugendliche einer sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen.

So bleibt nur weiter zu hoffen, dass unser Verein seinen familiären Charakter behält und mit dem persönlichen Engagement der ehrenamtlichen Helfer und Übungsleiter das Erreichte zu sichern und auszubauen.